Am Scheidetisch


...wird aus Gestammel Rethorik.

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Was mich fasziniert sind Übergänge, Entwicklungen und Veränderung. Persönliche, gesellschaftliche, künstlerische. Der Mensch liebt Kontinuität und provoziert stetig Veränderung. Wir stellen um, wechseln den Blickwinkel, interpretieren und gewichten neu und erzählen Geschichten immer wieder anders. Schnittarbeit folgt diesem menschlichen Bedürfnis und entwickelt sich analog dazu weiter.

Text, Bild, Ton und Zeit als ästhetische Komponenten sind (fast) das volle Instrumentarium gestalterischer Möglichkeiten, die sich ein Kreativer wünschen kann. Derzeit macht der Einzug des dreidimensionalen Raums in die Filmkunst dieses Instrumentarium komplett. Der Blick auf das Rohmaterial ist daher jedes Mal wie der Blick ins Weltall ... unendliche Weiten. Genug Motivation für ein ganzes Leben!

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Farocki, Harun (1980) Was ein Schneideraum ist. In: Filmkritik 24, 1, pp. 2-4.